Wach werden, aufstehen, anziehen, Frühstück, losfahren….wir starten in Elista, aus dem Hotel in dem der Dalai Lama auch schon übernachtet hat, ziemlich früh. Wir haben heute wieder Piste vor uns. Wieder geht’s durch die Kalmückische Steppe. Heute ist für mich kein guter Fahrtag, bin müde, erschöpft und will auf den Arm….aber ich habe einen tollen Chauffeur. Ich fahre mit Lena, Leeeeeeenaaaaaaaa! Sie macht eine sehr gute Arbeit und cruist uns souverän durchs Gelände. Wir machen eine kurze Rast in der unglaublichen Weite, um unter anderem Interviews zu drehen. Dima unser aller LieblingsAllesKönnerDolmetscherTänzer läßt sich nach unserer Aufforderung nicht lang bitten und fängt mitten im Nirgendwo an, uns ‘seinen’ Gangnamstyle zu tanzen. Die Musik kommt aus dem Handy in seiner Brusttasche. Wir gesellen uns dann dazu und schwofen mit. Eine äußerst skurrile Situation, wenn man bedenkt, wo wir uns befinden. Aber es macht so unglaublich viel Spaß und wir sind echt ausgelassen. Ein Kessel buntes feat. russische Steppe. Gute Kombi! Irre ist auch Wüstenboden, aufgebrochen und ausgetrocknet von der Sonne, ja sind wir denn in Afrika?! Das ist jedenfalls der perfekte Ort für meine obligatorischen Hüpffotos… 🙂 Nach einigem Zick Zack durch die Steppe geht es weiter auf Asphalt – und die Straße ist wie mit dem Lineal gezogen. ‘Hinterm Horizont geht’s weiter’ fällt mir dazu ein – Udo L. ist bestimmt durch Russland gefahren, als ihm dieser Liedtext einfiel! Dann taucht an der Straße ein See auf und er sieht aus, als ob eine Ladung Pulverschnee über ihm ausgschüttet wurde. Ein super Motiv – wir alleine auf weiter Flur, die schnurgerade Straße, der Evoque, ein paar Wolken am Himmel und dieser See. Himmlisch..

Und dann sind wir wieder in der Zivilisation. Plötzlich und unerwartet sozusagen. Unser Ziel ist für heute Astrachan und da sind wir, mitten in der Rushhour. Und das ist kein Spaß. Auf der gegenüberliegenden Straße sehen wir schon unser Hotel – nur wie zum Teufel kommen wir da hin, wo ist die Einfahrt?? Zum Glück ist unser Mann für alles und Einweiser Bucki schon vor Ort und lotst uns. Nach ein paar U-Turns und gewagten Manövern zwischen hupenden, winkenden und drängelnden Einheimischen sind wir endlich auf dem Parkplatz des Hotels. Jetzt heißt es wieder husch, husch, einchecken, Koffer wegbringen, Sightseeing ist angesagt. Mit dem Bus geht es zum dortigen Kreml und zum Fischmarkt. Und da riecht es wirklich nach Fisch..ich frage mich, ob das so richtig ist?! Wir besuchen auch eine hinter dem Fischmarkt gelegene Kirche und es ist gerade Gottesdienst. Wir dürfen trotzdem rein und es ist so ganz anders als bei uns. Es sind hauptsächlich Frauen anwesend (auf meine Nachfrage sagt unsere Stadtführerin ‘die Frauen sind einfach gläubiger’ Ahja…) Es gibt einen Chor, der versteckt hinter einer Wand singt und die Frauen gehen durch die Kirche und küssen die heiligen Reliquien, die dort ausgestellt sind. Man riecht Weihrauch und es ist eine ganz besondere, ruhige, stilvolle Stille in der Kirche, leise unterbrochen von dem Gesang. Sehr beeindruckend. Aber jetzt haben wir Hunger und wollen uns endlich stärken. Im Hotel gibt es erstmal ein kühles Blondes an der Bar und dann endlich das Essen. Morgen ist ein freier Tag und das heißt für uns, wir können die Flamingo Bar aufsuchen, die Stefan im letzten Jahr schon ausfindig gemacht hat. Wir sind dann eine ziemlich große Runde, da morgen wieder ein Journalistenwechsel ansteht und die Abreisenden ordentlich Abschied feiern wollen. Die Tanzfläche wird gekapert und wir geben alles um den Russen mal zu zeigen, das wir auch feiern können. Der Beweis ist erbracht – yes we can! 🙂