Das besondere an Huancayo ist, dass es eigentlich nichts besonderes gibt. Wie im letzten Eintrag schon erwähnt, gibt es hier außer uns keine “Gringos”, wie wir hier gerne und ich glaube auch nicht abwertend genannt werden. Heute war endlich mal der Tag gekommen, an dem wir diese Stadt etwas besser kennengelernt haben. Nachdem ich gute 5 Stunden bei Starbucks verbracht habe, um dort mit dem wirklich schnellen WLAN Bilder hochzuladen (wahrscheinlich war es durchschnittlich, kam mir aber im Vergleich zu den anderen WiFis hier unheimlich schnell vor), sind Basti, Leni und Jenny vorbeigekommen um alle zusammen die Märkte im Norden des Zentrums zu erkunden

Für einen europäischen Fotografen sind die Menschen, die Marktstände, der Straßenverkehr und das Essen hier natürlich wahnsinnig interessant, weswegen in touristischeren Städten die Einwohner mit der Zeit eine Abneigung gegen das viele Fotografiert-werden verspüren.

Basti und seine Soßen. :D
Basti und seine Soßen. 😀

In Huancayo ist das anders: ich frage mit Handzeichen ob ich ein Foto machen kann und meistens positioniert sich die Person auf der Straße oder in ihrem Stand sogar für das Foto. Ich habe das Gefühl, dass die hier lebenden Peruaner wahnsinnig stolz auf das sind, was sie machen oder besitzen, so dieser Mann, der sich richtig gefreut hat, dass ich ein Foto von ihm machen wollte.

Stolz und glücklich!
Stolz und glücklich!

Neben der Foto-Thematik sind in den Markthallen meistens die Frauen und Mädchen auch wild am kichern, wenn wir Gringos, viel größer als alle Anderen, durch den Markt laufen und zum Teil verwirrt Leuten aus dem Weg springen, die mit Kartoffelsäcken durch die Gänge rennen. Außerdem gucken wir super interessiert alles an und jedem hinterher, was wahrscheinlich ziemlich witzig aussieht.

Zum Beispiel stehen wir mit einer Kamera und zwei Handys vor diesen Kartoffeln und machen Fotos...
Zum Beispiel stehen wir mit einer Kamera und zwei Handys vor diesen Kartoffeln und machen Fotos…

Als wir gerade wieder in unserem Hotel angekommen sind, fing es draußen auch schon wieder an zu Gewittern. Das Wetter ist hier momentan echt unbeständig und Nachts wirklich kalt. Auf die Wettervorhersagen kann man sich außerdem überhaupt nicht verlassen – bei Basti zeigte die Wetter-App plötzlich -7°C und Schneefall an, so kalt war es dann auch nicht…

Morgen früh geht es sehr, sehr früh los (5 Uhr morgens) und wir holen zunächst die neuen Journalisten vom Flughafen ab. Von dort an geht’s dann direkt weiter auf die Straße, die landschaftlich wohl nochmal alles toppen soll, was wir bisher gesehen haben. Für mich kaum zu glauben, da die Landschaften zwischen Ica und Huancayo wie ihr ja selbst seht sehr beeindruckend waren.

Die Zeit im Hotel war zwar sehr entspannend, sauber und gemütlich, wir freuen uns jetzt aber alle darauf, endlich wieder im Swag zu schlafen und Kilometer zu machen. Wie es momentan aussieht, wird die Strecke durch den Jungle gut machbar sein, so schätzen es unsere Scouts zumindest ein.

Bis bald und einen schönen Sonntag euch,

euer Jonas.